Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 23/18 - 04.12.2018

DGB Kreisverband Augsburg feiert 100 Jahre Demokratie in Bayern

Gewerkschaften beleuchten Revolution von 1918/19 aus Sicht der Arbeiterbewegung

Die Augsburger DGB-Kreisvorsitzende Silke Klos-Pöllinger freute sich über den mit über 60 Besuchern gefüllten Sitzungssaal der IG Metall, die der Revolution von 1918/19 und damit der Geburtsstunde der Demokratie in Bayern und Deutschland gedachten. Referent Wolfgang Veiglhuber, ehemals DGB-Bildungswerk Bayern, machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass viele der damals erzielten demokratischen Errungenschaften wie das Frauenwahlrecht, der Achtstundentag oder die Grundlagen für das Tarifrecht auch heute noch unsere Gesellschaft bestimmen.

In ihrer Begrüßung betonte die Augsburger DGB-Kreisvorsitzende Silke Klos Pöllinger, dass es sich bei der Revolution 1918/19 sowohl in Bayern als auch in Deutschland um eine Bewegung handelte, die aus der Mitte der Arbeiterschaft kam und dem Obrigkeitsdenken ein Ende bescherte und damit den Grundstein für unsere heutige demokratische Gesellschaftsform legte.

In dieser Verantwortung sieht Silke Klos-Pöllinger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch heute. „Es ist auch heute dringend notwendig, sich für unsere Demokratie zu engagieren“, forderte sie die Anwesenden auf. „Die politische Stimmung in Deutschland wird in den letzten Monaten zunehmend rauer, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und antidemokratische Strömungen bekommen Aufwind und oft sind Gewerkschafter und Betriebs- und Personalräte Ziel von Anfeindungen und Polemik.“

Referent Wolfgang Veiglhuber betonte, dass es den Arbeitern und Militärs bei der Revolution 1918/19 weder in Deutschland noch in Bayern um eine Revolution im Sinne der Bolschewisten in Russland gegangen sei. Zwar sei von großen Teilen der Arbeiterbewegung im November 1918 eine sozialistische Räterepublik gefordert worden, so Referent Wolfgang Veiglhuber, aber der Weg habe letztendlich von einer Monarchie zu einem sozialdemokratischen Staatswesen geführt. „Die Geburtsstunde der Demokratie in Bayern wie in Deutschland wurde von Arbeitern eingeläutet. Das bürgerliche Lager befand sich in diesen Zeiten auf Tauchstation“, betonte Wolfgang Veiglhuber. Auch deshalb sei es an Borniertheit kaum zu übertreffen, wenn der bayerische Ministerpräsident Markus Söder in seiner Rede beim Festakt zu 100 Jahren Revolution in Bayern mit keinem Wort den Sozialisten Kurt Eisner erwähnte, der die Republik in Bayern 1918 ausrief.

Hajo Hertle, ehemals Gewerkschaftssekretär bei ver.di Augsburg, berichtete über den Verlauf der Revolution 1918/19 in Augsburg. Auch hier habe es sich um eine weitgehend friedliche Revolution gehandelt, auch wenn es eine Reihe von Opfern gegeben habe. In seinem Referat verwies Hajo Hertle darauf, dass die Revolution 1918/19 in den bayerischen Großstädten wie in ganz Deutschland recht unterschiedlich und nur bedingt koordiniert abgelaufen sei. „Es gab einfach noch nicht die technischen Voraussetzungen, die wir heute haben, und die Wirren des 1. Weltkrieges taten ein übriges, dass Improvisation und Spontanität gefragt waren“, betont Hertle dabei.

von rechts nach links: Silke, Wolfgang Veiglhuber, Hajo Hertle

von rechts nach links: Silke, Wolfgang Veiglhuber, Hajo Hertle DGB Schwaben


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