Deutscher Gewerkschaftsbund

19.02.2013

Augsburger DGB-Frauen laden zum Internationalen Frauentag 2013 ein

Deutschland mit Nachholbedarf bei Gleichstellung von Frauen

Der aktuelle Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) offenbart: Deutschland hinkt bei der Gleichstellung von Frauen hinterher. Die häusliche Arbeit liegt weiterhin in weiblicher Hand, besonders viele Mütter arbeiten in Teilzeit und das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen ist im internationalen Vergleich deutlich höher.

Dabei befinden sich Frauen in Deutschland auf der Überholspur: Sie erreichen heute ebenso erfolgreich Berufs- und Bildungsabschlüsse wie Männer; häufig schneiden sie sogar besser ab. Aber auf dem Arbeitsmarkt werden sie ausgebremst: Aus familiären Gründen unterbrechen sie häufig ihre Erwerbsphase, arbeiten öfter in Teilzeit und verdienen selbst auf gleichen Positionen weniger als ihre männlichen Kollegen. Die Folge: Nur selten können Frauen mit ihrem Einkommen auf eigenen Beinen stehen, eine Familie ernähren oder gar eine angemessene Alterssicherung aufbauen.

Deshalb ist der Internationale Frauentag nach wie vor von größter Bedeutung und auch im Jahr 2013 laden die DGB-Frauen in Augsburg am Freitag, dem 08. März, um 19:00 Uhr im Kolpingsaal in Augsburg, Frauentorstr. 29 zu einer Veranstaltung ein. Neben Sketchen der DGB-Frauen und Nachdenklichem zur Frauenpolitik steht in diesem Jahr der Auftritt des Chansonkabaretts „Die Neuros´n“ im Mittelpunkt des Abends.

Am Internationalen Frauentag setzen die Gewerkschaftsfrauen ein Zeichen und fordern:

- einen gesetzlichen Mindestlohn nicht unter 8,50 Euro/ Stunde als Lohnuntergrenze einzuführen und alle Arbeitsverhältnisse ab der ersten Arbeitstunde sozial abzusichern, weil Frauen besonders häufig zu Dumpinglöhnen und in prekärer Beschäftigung arbeiten;

- die Betreuungsinfrastruktur für Kinder und Pflegebedürftige qualitativ hochwertig auszubauen, damit Familie und Beruf vereinbar werden, sowie das Betreuungsgeld abzuschaffen;

- die Unternehmen gesetzlich zu verpflichten, ihre Entgeltpraxis zu überprüfen und geschlechtergerecht zu gestalten;

- einen Rechtsanspruch auf die Rückkehr aus Teilzeit- in Vollzeitbeschäftigung, damit Frauen ihre Stundenzahl wieder aufstocken können, um ihre Einkommen zu steigern und ihre Aufstiegschancen zu verbessern;

- mehr Frauen in Führungspositionen, damit Frauen Vorbilder sein können und die männlich geprägte Anwesenheitskultur in der Arbeitswelt hinterfragt wird.

Die Augsburger DGB-Frauen fordern bessere Rahmenbedingungen für eine eigenständige Existenzsicherung von Frauen über alle Lebensphasen hinweg und ihre gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsmarkt. Deswegen: Heute für morgen Zeichen setzen!

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