Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 15/17 - 06.08.2017

DGB-Kreis fordert qualitative Arbeitsmarktberichterstattung

Erfreulich sind für den DGB-Kreis die derzeitigen Arbeitsmarktzahlen im Landkreises Günzburg. Eine registrierte Arbeitslosigkeit von um die 2% kann sich durchaus sehen lassen, so der Krumbacher DGB-Vorsitzende Peter Tschochohei. Insbesondere verglichen mit anderen Regionen.

Allerdings, da ist sich Tschochohei mit dem DGB-Kreisvorsitzenden Werner Gloning einig, sind die Zahlen kein Grund sich zurückzulehnen, „denn sie zeigen nicht die ganze Wahrheit.“

So bestünde, auch in Landkreis, bei Gruppen wie Langzeitarbeitslosen, Älteren oder Behinderten immer noch arbeitsmarktpolitischer Handlungsbedarf. Und vor allem sagen die Zahlen, so Gloning, der zusammen mit Tschchohei den DGB im Wirtschafts- und Strukturbeirat des Landkreises vertritt, nur wenig über die Qualität des Arbeitsmarktes aus.

Deshalb fordert der DGB-Kreis, laut Gloning, eine zusätzliche eigenständige  regelmäßige qualitative Arbeitsmarktberichterstattung für den Landkreis. Diese solle u.a. die Zahl der befristeten Arbeitsplätze, der Leiharbeitsplätze, der Werkverträge, der tarif- und der nichtarifgebundenen Arbeitsplätze, der Teilzeitarbeitsplätze, und der geringfügigen Arbeitsverhältnisse  erfassen. Wichtige Kriterien seien auch die Nachhaltigkeit von Arbeitsplatzvermittlungen und die Zufriedenheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit ihrem derzeitigen Arbeitsplatz.

Die beiden Gewerkschafter fordern eine breite Diskussion darüber, welche Punkte in eine solche arbeitsmarktpolitische Quali-Berichterstattung aufgenommen werden sollen.

Die eingeforderten Daten, die bereits erfasst werden, könnten relativ schnell zusammengefasst  und veröffentlicht werden.
Für weitere gelte es  neue Diagnoseinstrumente zu entwickeln.

Gloning: Hauptziel der Arbeitsmarktpolitik ist derzeit Menschen möglichst schnell aus der Arbeitslosenstatistik heraus zu bekommen. Das genüge dem DGB nicht. Hauptziel müsse es sein, sie in sozial abgesicherte, nachhaltige  „gute Arbeit“ zu vermitteln. Dafür sei die geforderte, ergänzende, regelmäßige, regionalisierte, qualitative Berichterstattung auf Dauer unerlässlich.