Deutscher Gewerkschaftsbund

Gut besuchte Maikundgebungen in der DGB-Region Schwaben

Soziale Gerechtigkeit als gesellschaftliche Herausforderung

Unter dem Motto „Wir sind viele! Wir sind eins!“ demonstrierten in Schwaben rund 3500 Kolleginnen und Kollegen am 1. Mai und traten damit auf imponierende Weise für ihre Interessen und Forderungen ein. Auf insgesamt 14 Veranstaltungen in der DGB-Region Schwaben standen dabei vor allem die Bundestagswahl im September 2017 sowie die Themen „Rente“ und „Gute Arbeit“ im Zentrum der Kundgebungen.

Mit der Forderung nach einem Mehr an „Sozialer Gerechtigkeit“ lässt sich die zentrale Aussage auf den Maikundgebungen zwischen Ulm und Augsburg, Lindau und Nördlingen auf einen Nenner bringen. Ob auf dem Arbeitsmarkt, bei der Rente, bei der Krankenversicherung, bei den Löhnen – es geht nicht gerecht zu in Deutschland. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben aber ein Recht auf anständige Löhne, auf sichere Arbeitsverträge, auf Absicherung in der Arbeitslosigkeit. Deshalb fordern wir den Schutz von Tarifverträgen und mehr Mitbestimmung, gerade mit Blick auf Herausforderungen wie die Digitalisierung. Eine solidarische Gesellschaft bedeutet, ein gerechtes Steuerkonzept zu haben, das Reiche mehr belastet als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und einen handlungsfähigen Staat finanziert: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wollen einen Staat, der eine zukunftsfähige Infrastruktur aufbaut und pflegt, bezahlbare Wohnungen baut und einen öffentlichen Dienst hat, der seine Aufgaben gut erfüllen kann. Die Rentnerinnen und Rentner, heute und in Zukunft, haben ein Recht auf ein Leben in Würde. Unsere Kinder sind unsere Zukunft – sie haben das Recht auf gute Bildung. Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, dass Arbeitgeber bei den Sozialversicherungsbeiträgen den hälftigen Anteil zahlen.

Der DGB rief auf seinen Kundgebungen in Schwaben zur Teilnahme an den Bundestagswahlen am 24. September auf und forderte die Kolleginnen und Kollegen auf, sich bei ihrer Wahl an den Interessen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu orientieren und nicht auf die populistischen Rattenfänger der AfD hereinzufallen.

 

Wahlprogramme und Handwerk

Wen können wir wählen?

Dr. Gerald Mann, Professor für Volkswirtschaftslehre und Studienleiter Bachelor an der FOM Hochschule in München, hatte für die Arbeitnehmervertreter in der Vollversammlung der Handwerkskammer Schwaben Wahlprogramme und andere Grundsatzdokumente der im Bundestag vertretenen Parteien durchgearbeitet. Auf Einladung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und des Kolpingwerkes Diözesanverband Augsburg diskutierten die Teilnehmer eines Austauschtreffens am 4. Mai im Kolpinghaus in Augsburg über die Frage, welche Auswirkungen die Ziele der Parteien auf das Handwerk nach einer möglichen Wahl haben.

Das Wort „Handwerk“ selbst kommt in den Dokumenten zur Wahl des 19. Deutschen Bundestages im Herbst 2017 kaum vor. Dennoch lässt sich feststellen, dass alle untersuchten Parteien zur Notwendigkeit der Kammern stehen. Prof. Dr. Mann stellte die Unterschiede in den Aussagen zu verschiedenen Steuerarten von der Einkommensteuer, den Solidaritätszuschlag bis hin zur Erbschaftssteuer und einer möglichen Steuerhöhung vor. Mann ging in seinem Impulsreferat auf den Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung, auf die EEG-Umlage, auf die Kammerbeiträge, Aussagen zu einer Gründerkultur, zu Arbeitszeit und Selbständigkeit, auf das Renteneintrittsalter, die Vertragsfreiheit, auf die Registrierkassenpflicht und auf Aussagen zum Bargeld ein.

Paul Brugger, Vizepräsident der Handwerkskammer Schwaben, und Frank Jelitto, Diözesanvorstandsmitglied des Kolpingwerkes und Prüfungsausschussvorsitzender in der Handwerkskammer, freuten sich, dass sich Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schwaben Ulrich Wagner, die Geschäftsbereichsleiterin Unternehmensentwicklung und Kommunikation der Handwerkskammer Sandra Peters und die DGB-Regionsgeschäftsführerin Silke Klos-Pöllinger an der Diskussion beteiligten.

DGB und Kolping stellen zusammen die Arbeitnehmervertreter in der Vollversammlung der Handwerkskammer Schwaben. Mit regelmäßigen Treffen begleiten und unterstützen die beiden Arbeitnehmerverbände die Ehrenamtlichen in der wirtschaftlichen Selbstverwaltung und bieten einen Ort zum Austausch.

 

TN der Vollversammlung

Personen auf dem Bild von rechts nach links: Ulrich Wagner (Hauptgeschäftsführer Handwerkskammer Schwaben), Sandra Peters (Geschäftsbereichsleiterin Unternehmensentwicklung und Kommunikation), Prof. Dr. Gerald Mann (FOM München), Silke Klos-Pöllinger (Regionsgeschäftsführerin DGB Schwaben), Frank Jelitto (Diözesanvorstand Kolpingwerk), Paul Brugger (Vizepräsident Handwerkskammer), Peter Herbst (Vorstandsmitglied Handwerkskammer), Claus Krajewski (Vorstandsmitglied Handwerkskammer) DGB Schwaben

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